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2014-07-07 12:27

COMPOSITE conference "Good Leaderships in Times of Change – Empirical Findings and Suggestions for Police Leaders" by Kate Horton

COMPOSITE's final conference on "Good Leaderships in Times of Change – Empirical Findings and Suggestions for Police Leaders" on 12 and 13 June 2014 in Rotterdam (the Netherlands)

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2014-07-03 13:45

"Police is regain control by using twitter and Co."

COMPOSITE researcher were interviewed about their research on "police & social media".

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COMPOSITE Members in Dialogue with German Police Presidents, 16th and 17th May in Rotterdam (the Netherlands)

2013-05-16 13:29

Composite im Dialog mit Polizeipräsidenten
Dr. Jochen Christe-Zeyse, Vizepräsident der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg

Mit Veränderungsprozessen in der einen oder anderen Form sind sie alle konfrontiert – die rund 25 Polizeipräsidenten aus allen Teilen Deutschland, die sich am 16. und 17. Mai 2013 in Rotterdam trafen, um mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Composite-Projekts über deren Forschungsergebnisse zu diskutieren.
Die Arbeitsgemeinschaft der Polizeipräsidenten in Deutschland wurde im Jahr 1950 gegründet als ein Zusammenschluss amtierender und ehemaliger Polizeipräsidentinnen und ‑präsidenten aus dem gesamten Bundesgebiet. Auf ihrer diesjährigen Frühjahrstagung befasste sich die Arbeitsgemeinschaft unter dem Vorsitz des Polizeipräsidenten aus Münster Hubert Wimber ausschließlich mit dem Thema Veränderung. Im Mittelpunkt standen dabei die aktuellen Veränderungsnotwendigkeiten und Strategien, wie die erforderlichen Veränderungsprozesse mit weniger Reibungsverlusten und höherer Erfolgswahrscheinlichkeit umgesetzt werden können.
 
Der Bürgermeister der Stadt Rotterdam Ahmed Aboutaleb ließ es sich nicht nehmen, die Polizeipräsidentinnen und ‑präsidenten zu Beginn der Tagung im Rathaus von Rotterdam zu begrüßen. Rotterdam ist seit Jahren mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert, wie sie urbane Zentren in allen Teilen Europas in mehr oder minder starkem Maße bewältigen müssen: eine starke soziale Differenzierung, Straßen- und Jugendkriminalität, erhebliche Bildungs- und Einkommensunterschiede, ethnische Minderheiten aus nahezu allen Teilen des Erdballs, kulturelle Unterschiede, Sprachprobleme und viele andere Phänomene mehr, die sowohl die kommunalen als auch die polizeilichen Stellen vor anspruchsvolle Herausforderungen stellen.
 
Im Rotterdamer Polizeipräsidium stellten anschließend der Polizeichef des Bezirks Rotterdam Dr. Frank Paauw und der Korpschef der Nationalen Polizei Gerard Bouman den umfassenden Veränderungsprozess dar, dem sich die Polizei der Niederlande derzeit unterzieht. Zu Beginn des Jahres 2013 wurde aus den vormals 25 regionalen Polizeikorps die „Nationale Politie“ geschaffen, die wiederum in zehn Bezirke aufgeteilt ist. Korpschef Gerard Bouman leitet dieses nationale Polizeikorps.
 
Dr. Stefan Giessner von der Erasmus Universität Rotterdam berichtete daraufhin über die Erfahrungen, die in der Privatwirtschaft mit Veränderungsprozessen gemacht wurden, gefolgt von Dr. Jochen Christe-Zeyse, der unter dem Titel „Stillstand ist Rückschritt oder ständig eine neue Sau durch’s Dorf?“ über die durchaus gemischten Erfahrungen der deutschen Polizei mit groß angelegten Veränderungsprozessen referierte. In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Frage, wie man als Behördenleiter auf die in nahezu allen Behörden wahrzunehmende Zurückhaltung der Mitarbeiter bei Veränderungsprozessen angemessen reagiert und die Akzeptanz für anstehende Veränderungen verbessern kann. Christe-Zeyse plädierte dabei für etwas mehr Zurückhaltung bei den Versuchen, eine Vielzahl komplexer Einzelprobleme mit dem „Großen Wurf“ oder einem „integrierten Gesamtkonzept“ lösen zu wollen. Nachhaltige Veränderungen brauchen ihre Zeit, und Organisationsentwicklung funktioniert nicht über das Verschieben von Kästchen im Organigramm.
 
Im Abschlussreferat des ersten Veranstaltungstages stellte Frau Dr. Gabriele Jacobs von der Erasmus-Universität Rotterdam das Projekt COMPOSITE vor und unterstrich dabei auch den konkreten Nutzen, den die Polizeien Europas von derartigen Forschungsprojekten haben könnten.
 
Beim gemeinsamen Abendessen im Bilderberg Parkhotel würdigte die Präsidentin der Universität Rotterdam Pauline van der Meer Mohr die Wertschätzung für das Projekt Composite, die allein schon in dem Umstand zum Ausdruck kommt, dass vielbeschäftigte Behördenleiterinnen und ‑leiter mit ihren vollen Terminkalendern den weiten Weg nach Rotterdam auf sich nehmen, um sich in einer solchen Runde zu Fragen des Veränderungsmanagements auszutauschen.
 
Am zweiten Veranstaltungstag plädierte Prof. Dr. Bernhard Frevel von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen für engere Kontakte zwischen Polizeipraxis und Polizeiwissenschaft und wandte sich engagiert gegen die oftmals noch anzutreffende Frontstellung zwischen einer vermeintlich abgehobenen Polizeiwissenschaft und einer vermeintlich unreflektierten Praxis. Solche Stereotypen seien mittlerweile nicht mehr ganz so stark wie noch vor zehn oder zwanzig Jahren, doch erfordere eine weiterhin fruchtbare Zusammenarbeit ein größeres Maß an Offenheit gegenüber den Denkweisen der jeweils anderen Seite.
 
Frau Dr. Saskia Bayerl konzentrierte sich auf den komparativen Teil des Forschungsprojekts und stellte die bisherigen Forschungsergebnisse dar, die sich mit den (organisations)kulturellen Unterschieden zwischen den verschiedenen Polizeien in Europa befassen. Zwar gebe es ein gemeinsames Verständnis davon, was den „Wesenskern“ polizeilichen Denkens und polizeilicher Arbeit in Europa ausmache, doch seien die Unterschiede im Selbstverständnis der einzelnen Polizeibeamten und in ihrer beruflichen Identität teilweise doch erheblich.
 
Dr. Sebastian Denef vom Fraunhofer Institut für angewandte Informationstechnik (FIT) referierte über die unterschiedlichen Stände bei der Nutzung sozialer Medien in den Polizeien Europas. Ist die Kommunikation über Facebook, Twitter und Co. in Ländern wie den Niederlanden und Großbritannien bereits Normalität, zeigen sich die Polizeien in Ländern wie Deutschland und Frankreich noch merklich zurückhaltend. Doch war auch ein deutlicher Konsens spürbar, dass sich die Polizei diesen Veränderungen im Kommunikations- und Informationsverhalten der Bevölkerung mittel- und längerfristig nicht wird entziehen können.
 
In seinem Schlusswort fasste der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Hubert Wimber die Ergebnisse der Tagung zusammen und gab seiner Hoffnung Ausdruck, den Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen den Entscheidungsträgern der deutschen Polizeien und der Wissenschaft in Zukunft weiter zu pflegen und nach Möglichkeit zu intensivieren.

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